Ich bin in Sofia, der bulgarischen Hauptstadt geboren.
Nach meiner Ausbildung in der choreographischen Schule habe ich mich für die Arbeit am Theater statt bei einem Folkloreensemble entschieden und habe ein tolles Jahr lang im Ballettensemble der Oper Russe getanzt. Nach diesem Jahr kam ich nach Sofia zurück und landete im Staatlichen Musiktheater. Dort war es richtig schön und anstrengend, fast jeden Abend auf der Bühne zu stehen mit den bessten Profis in der Musikszene, über 30 verschiedene Operetten und Musicals in zwei Jahren. Parallel habe ich auch mein Studium für Ballettpädagogik weiterverfolgt.

Ab Herbst 88 habe ich ein Jahr im Folkroreensemble der DDR in Neustrelitz getanzt und 89 bin ich zum Sorbischen Ensemle in Bautzen gewechselt. Nach 6 Jahre habe ich das Ensemble verlassen und stand vor der Frage: Wie geht es jetzt weiter? Für viele Tänzer war das eine schwere Zeit wie für auch mich, aber ich hatte Glück. So habe ich seit 1994 in der Kreismusikschuke Kamenz begonnen, Tanz zu unterrichten.


Presseschau



SZ Dresden 1. Nov 2005

Liebe, Witz und spitze Schuhe



Multltalent. Georgi Marinov ist Choreograf, Tänzer und manchmal sogar auch ein Sänger.
Undine Matern!

In den Discotheken wird hier zu Lande vornehmlich mit den Armen gewackelt, vielleicht noch mit dem Kopf. Die Füße rutschen halbherzig über den Boden. Anderenorts versuchen sich Gutwillige im Salsa tanzen, doch meist fehlen der nötige Hüftschwung und das selige Lächeln auf den Lippen. Als ich Georgi Marinov das erste Mal steppen sah, dachte ich sofort: Das ist es. Das ist die Art Tanz, die unseren Breiten entspricht, leicht unterkühlt, sparsam, von verhaltener Fröhlichkeit. Seit "Ginger und Fred" freilich war mir das behände Springen und Macken selten begegnet. .... Derzeit ist er als Choreograf, Tanzlehrer an den Musikschulen Kamenz und Riesa-Großenhain tätig. Engagiert, witzig und kreativ versucht er seine vielfältigen Erfahrungen an Kinder und Jugendliche weiterzugeben. In erster Linie soll Tanz und Musik natürlich Spaß machen, gleichzeitig gehört aber auch eine Portion Disziplin dazu.

Programm über die Liebe

Und natürlich tanzt er selbst, trainiert und übt, denn was beim Stepptanz so leicht aussieht, ist es beileibe nicht. Was ihn an dieser Art zu tanzen am meisten fasziniert, ist zum einen die in der Regel heitere Musik, aber auch die vielfältigen Möglichkeiten der Improvisation und die Leichtigkeit, die sich darüber vermittelt. In Kürze wird man den zierlichen Mann mit den wachen Augen hier in Dresden auf der Bühne erleben können, in einem feinen, wohltuend anachronistischen Programm, in dem es um nichts Geringeres geht, als um die Liebe. Gemeinsam mit der Sängerin Karen Dreikopf wird er der Frage auf den Grund zu gehen versuchen, ob Liebe "eine Sünde, eine Krankheit, ein Laster, eine Himmelsmacht oder aber kein Thema" ist. Ja, und hier steppt er, trägt eine feine rote Fliege und singt mit schmachtender Stimme, dass er von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt ist. Wobei die Füße nicht still stehen und hoffentlich auch nicht die Herzen so mancher Damen im Publikum...


SZ 07.05.2002

Hund und Katz im Walzertakt


Premiere des Kinderballetts im Kamenzer Stadttheater

Von Ulrike Körber

Zu sehen gab es am Sonntag die Bremer Stadtmusikanten ä la Marinov, denn eine wundersame Wandlung erlebte das alte Märchen auf der Kamenzer Bühne. Aus der schaurigen Geschichte vom Kampf mit den finsteren Räubern wurde eine Tanzspiel voller Witz und Charme. Mit verändertem Text, dazu eine Mixtur aus Geräuschen, Gesang und Musik begeisterte der Tanzlehrer seine Schüler und das Publikum. Herrlich waren sie anzusehen, die Katz, der Hund, der Hahn und die acht Räuberlein. Als Obertänzer trat der Esel auf. Im grauen Pelz nahm Georgi seine Schülerinnen an der Hand, ließ die kleine Ballerina im Tütü schweben, sorgte dafür, dass die Füßchen synchron im Takt wippten. Dass die Kinder bei Marinov an der Musikschule das Tanzen lernen, ist inzwischen bekannt, dass er es aber auch schafft, aus den Kleinen Schauspieler zu machen, bewies ihr Auftritt am Sonntag. Ungehemmt parlierten die Räuberlein, sangen a cappella mimten die Bösen, die Säufer, die Schläfer und die Furchtsamen. In einem Liebestanz verträumten sich Hund und Katz, die Ballerina verzauberte das Eseltier, die Ganoven aus dem Radeberger Wald klagten über schlechte Räuberzeiten. Hier vertrieb kein Tier den Gangster, hier wollte kein Dieb dem Eindringling ans Pell, die Bremer Stadtmusikanten auf der Kamenzer Bühne wurden sich schnell einig: Wer tanzen und singen kann. gehört da zu. Gemeinsamen Takt fanden die Rivalen schnell. Nass geschwitzt sind alle Tänzer und glücklich über ihr Publikum, das lange klatscht.


Sächsische Zeitung 20 Mai 2005

Dorothy reist nach Schlaraffien

Ihr erstes Großprojekt führt die Musik-und Kunstschule des Landkreises am Samstag im Kulturschloss auf.

Kathrin Krüger-Miaouhia

Wer kennt nicht den Song "Somewhere over the rainbow"? Das bekannte Lied vom Land hinterm Regenbogen ist die Titelmelodie des Musicals vom Zauberer von Oss. An dieses anspruchsvolle Stück wagten sich jetzt.rund 60 Sänger und Tänzer sowie- Instrumentalisten der Musik- und Kunstschule des Landkreises. .... Die Idee hatte Gesangspädagogin Karen Dreikopf, die Ausschnitte des Stücks schon mit Schülern probte. Nun sind alle Noch patzt mancher'Einsatz, noch fehlen Requisiten, noch kommen die Übergänge von Musikstück zur Tanz- oder Sprechszene nicht flüssig. Doch große Aufregung ist unter den Lehrern nicht zu spüren: Es wird schon alles gut laufen. ......
Die Hintergrundbilder auf der Leinwand sind dem Originalmusical nachempfunden. Dramaturgie und die Choreographien erarbeiteten die Lehrer Marinov und Dreikopf. "Es war eine große Herausforderung, dass Sänger plötzlich tanzen und Tänzer singen sollten", so Heike-Gudrun Bocek. Möglich wird die Aufführung auch mit Hilfe zahlreicher Sponsoren.



Sächsische Zeitung 5.März 2005

Das Training im Stepptanz macht den Kopf frei

Ilona Voigt, im Namen der Stepptanzgruppe der Musik- und Kunstschule Riesa-Großenhain

Bei mir hat es auch mit einem Artikel in der SZ angefangen, das Stepptanzen. Es wurden Anfänger für eine neue Gruppe gesucht. Getanzt habe ich schon immer unheimlich gern, die Gelegenheiten dazu sind in Riesa nicht gerade üppig gesät - also, warum sollte ich es nicht einmal versuchen? Vor dem ersten Kursabend war ich ganz schön aufgeregt, zweifelte, ob ich denn wirklich hingehen soll, aber die Neugier hat schließlich gesiegt. Nach jeder Schnupperstunde kam die bereits bestehende Stepptanzgruppe zum Training. Von deren Künsten war ich begeistert und wünschte mir, auch so steppen zu können. Ich blieb. Inzwischen liegen meine drei Schnupperabende anderthalb Jahre zurück. Montagabend ist nun immer Tanzen angesagt und wenn es einmal nicht bei mir klappt, dann fehlt mir etwas. Unser Tanzlehrer Georgi Marinov schafft es immer wieder, seine Fröhlichkeit und Freude an der Bewegung auf uns zu tragen. Nicht selten kommt "frau" geschafft von der Arbeit, hat noch schnell ein bisschen Hausarbeit erledigt, bei den Kindern die Hausaufgaben kontrolliert, Steppschuhe geschnappt und ist weder losgehetzt. Auf dem Parkett kommen dann solche Gedanken wie: O je, wie war doch gleich der Schritt vom letzten Mal? Kann ich denn das noch? Als ob er genau das an unseren Gesichtern ablesen würde, fängt Herr Marinov mit einfachen Schritten zürn Aufwärmen an, lacht, erklärt geduldig, tanzt immer wieder selbst vor. Nach kurzer Zeit sind die angespannten Gesichter verschwunden. Wir kichern, lachen über uns selbst, weil beim Charleston auf einmal der Faden weg ist und manche für Sekunden ratlos auf der Stelle stehen, um dann Ein-fach wieder mitzumachen. Es macht nichts, wenn ein Schritt nicht klappt. Wir üben es wieder und irgendwann sitzt es dann. Das Schönste aber ist: Beim Steppen macht der Kopf so nach und nach Pause. Ich muss nicht mehr an die kleinen oder auch großen Alltagssorgen denken und habe einfach Spaß und bin hinterher entspannt und fröhlich.

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